Wie bekomme ich einen Mentor/eine Mentorin? Welche MentorInnen stehen zur Verfügung? Gibt es eine Liste mit den Namen und Schulen der MentorInnen? Werden die MentorInnen nach dem entsprechenden Unterrichtsfach zugeteilt? Wie viele Studierende kommen auf eine/n MentorIn?

Laut § 39 des Bundesgesetzblattes für die Republik Österreich

(https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2013_I_211/BGBLA_2013_I_211.html) gibt es u.a. folgende Regelungen:

(1) Die Induktionsphase dient der berufsbegleitenden Einführung in das Lehramt. Die Vertragslehrperson in der Induktionsphase ist durch eine Mentorin oder einen Mentor zu begleiten.

(2) Die Zuweisung der Vertragslehrperson in der Induktionsphase zu einer Mentorin oder einem Mentor hat durch die Personalstelle [der jeweiligen Bildungsdirektion] zu erfolgen.

(3) Die Vertragslehrperson in der Induktionsphase hat mit der Mentorin oder dem Mentor zusammenzuarbeiten und ihre Tätigkeit den Vorgaben entsprechend auszurichten. Sie hat den Unterricht anderer Lehrkräfte nach Möglichkeit zu beobachten und im Rahmen ihrer Fortbildung spezielle Induktionslehrveranstaltungen an der Pädagogischen Hochschule oder an der Universität zu besuchen.

(4) Die Induktionsphase beginnt mit dem Dienstantritt und endet nach zwölf Monaten. Hat das Dienstverhältnis der Vertragslehrperson wegen einer bloß befristeten Verwendung vor Ablauf dieses Zeitraumes geendet, wird die Induktionsphase bei neuerlicher Begründung eines Dienstverhältnisses als Vertragslehrperson fortgesetzt.

§ 39a.

(2) Die zu Mentorinnen oder Mentoren Bestellten haben im Bedarfsfall Vertragslehrpersonen in der Induktionsphase zu betreuen. Einer Mentorin oder einem Mentor dürfen gleichzeitig bis zu drei Vertragslehrpersonen in der Induktionsphase zugewiesen werden.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der jeweiligen Bildungsdirektion.

Stimmt es, dass man die Induktionsphase statt der Fachpraktika machen kann? Welche Lehrveranstaltungen muss ich machen? Welche Lehrveranstaltungen werden dafür anerkannt? Kann ich diese Lehrveranstaltungen auch vorziehen?

Die Unterrichtstätigkeit im Rahmen der Induktionsphase kann für die Fach- bzw. Spezialisierungpraktika und das Pädagogische Praktikum im schulischen/außerschulischen Bereich anerkannt werden. Die Absolvierung der fachdidaktischen Begleitlehrveranstaltungen und des Reflexionsseminars ist von den Studierenden verpflichtend zu besuchen.

Die LV Reflexion zum Pädagogischen Praktikum im schulischen/außerschulischen Bereich kann erst nach Anerkennung des Pädagogischen Praktikums im schulischen/außer-schulischen Bereich absolviert werden.

Welche Fristen sind für mich beim Start des Lehramtstudiums besonders wichtig?

Die Zulassung an einer öffentlichen Universität zu einem Bachelor- oder Diplomstudium ohne besondere Zulassungsbedingungen endet am 5. September für das Wintersemester bzw. am 5. Februar für das Sommersemester.

Mit Ablauf der allgemeinen Zulassungsfrist beginnt die Nachfrist, die im Wintersemester am 30. November und im Sommersemester am 30. April endet.

Wenn Sie Lehramt studieren wollen, ist das positiv absolvierte allgemeine Aufnahmeverfahren für Lehramtsstudien eine Zulassungsvoraussetzung für das Studium. Sie müssen sich in der allgemeinen Zulassungsfrist für Ihr Lehramtstudium inskribieren. Danach ist eine Inskription nur noch in genau geregelten Ausnahmefällen möglich.

Sie können sich aber auch in der Nachfrist für Ihr Lehramtsstudium anmelden, wenn Sie zusätzlich zum allgemeinen Aufnahmeverfahren bei gewissen Unterrichtsfächern eine spezifische Eignungsprüfung absolvieren müssen, die erst nach Ende der allgemeinen Zulassungsfrist stattfindet (oder deren Ergebnis erst danach bekanntgegeben wird). Eine Inskription in der Nachfrist ist auch dann zulässig, wenn für eines der künftigen Unterrichtsfächer ein Reihungsverfahren absolviert werden muss.

Eine zweite Ausnahme können Studierende bilden, die sich für einen direkt nach dem absolvierten Bachelorstudium anschließenden („konsekutiven“) Master einschreiben wollen.

Was fällt alles unter die außerschulischen Praktika?

Das Pädagogische Praktikum im schulischen/außerschulischen Bereich kann im Umfang von 80 Stunden (oder zweimal 40 Stunden) in Einrichtungen bzw. Institutionen mit einem ausgewiesenen pädagogisch nachhaltigen Konzept für die Altersgruppe der Primar- und Sekundarstufe absolviert werden. Dazu gehört beispielweise die Arbeit:

  • in der Kinder- und Jugendwohlfahrt – z.B. außerschulische Jugendarbeit, Jugendzentren, Streetwork, Schulsozialarbeit, mobile Leistungen der Jugendwohlfahrt, Kinder-Jugendwohngruppe
  • bei sozialen Kulturprojekten mit Kindern und Jugendlichen
  • in Beratungsstellen und Zentren für Familien und Jugendliche
  • mit Kindern bzw. Jugendlichen mit Migrationshintergrund bzw. mit besonderen Bedürfnissen
  • in der Leitung und Organisation von Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche
  • an (inklusions-)pädagogischen Konzepten und Mitwirkung an deren Umsetzung, die Kinder bzw. Jugendliche betreffen
  • im Bereich „diversity management“ – z.B. Gender Mainstreaming
  • im Management, in der Organisation, Qualitätssicherung und Mitwirkung an Weiterbildungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche
  • in Bildungsprojekten
  • in der Arbeits- und Berufsberatung
  • in Verbänden, Vereinen, öffentlichen Einrichtungen,  Kirchen/Religionsgemeinschaften (Kinder- und Jugendarbeit)
  • in Feriencamps, beim Jungscharlager etc.
  • in Institutionen der Nach- und Lernhilfe

Es wird darauf hingewiesen, dass eine reine administrative Tätigkeit, wie z.B. Sekretariatsunterstützung nicht für das Praktikum anerkannt werden kann.

Weitere Informationen und Unterlagen finden Sie unter Informationen zu den Praktika im Masterstudium Lehramt:

Für das Burgenland: https://www.ph-burgenland.at/studium/master-sekundarstufe/#c1905
Für Kärnten: https://www.ph-kaernten.ac.at/pps/sekundarstufe/ausserschulisches-praktikum-1/
Für die Steiermark: https://www.phst.at/praxis/paedagogisch-praktische-studien/pps-sekundarstufe-ab/

Was ist die „90/10“–Vorziehregelung und wo genau gilt sie?

Um im Bachelorstudium Lehramt Sekundarstufe Allgemeinbildung Lehrveranstaltungen aus dem Masterstudium vorziehen (also im Voraus absolvieren) zu können, müssen Sie bereits 90% der ECTS Ihres Bachelorstudiums positiv absolviert haben. Dann können Master-Lehrveranstaltungen im Ausmaß von 10% der ECTS aus dem Masterstudium vorgezogen werden.

Diese „90/10“-Regelung gilt grundsätzlich im gesamten EVSO, mit folgenden Ausnahmen:

  • Universität für Musik und darstellende Kunst Graz
  • Technische Universität Graz

An diesen Institutionen/Unterrichtsfächern gilt überall die Regelung, dass Studierende bereits alle Lehrveranstaltungen aus dem konsekutiven Masterstudium absolvieren dürfen, sobald sie die STEOP absolviert haben.

Beachten Sie außerdem in jedem Fall, dass Sie nicht automatisch alle Lehrveranstaltungen aus dem Master vorziehen dürfen! Manche Lehrveranstaltungen und/oder Module im Mastercurriculum sind mit einem „BA“ gekennzeichnet. Ein Vorziehen dieser Lehrveranstaltungen ist nicht zulässig.

Beispiel 1: Sie studieren die Unterrichtsfächer Deutsch und Englisch und haben am Ende Ihres Semesters im Bachelor bereits 234 ECTS absolviert. Sie können im folgenden Semester zusätzlich zu den letzten 6 ECTS aus dem Bachelor bis zu 12 ECTS an Master-Lehrveranstaltungen vorziehen. Diese können Sie teilweise aus den BWG, den PPS und aus dem UF Englisch vorziehen. Aus dem UF Deutsch ist kein Vorziehen möglich, da alle Module mit dem „BA“ gekennzeichnet sind.

Beispiel 2: Sie studieren die Unterrichtsfächer Informatik und Französisch in Graz und haben am Ende Ihres Semesters im Bachelor die STEOP absolviert. Sie können nun, wenn Sie es für sinnvoll halten, aus dem UF Informatik über die kommenden Semester bereits bis zu 20 ECTS aus dem Masterstudium vorziehen (da es an der TUG nicht unter die 90/10-Regelung fällt). Aus dem UF Französisch können Sie noch nichts vorziehen (da es auf der KFUG unter die 90/10 Regelung fällt). Sollten Sie z.b. die 20 ECTS aus dem UF Informatik aus dem Master zur Gänze vorziehen, können Sie zu einem späteren Zeitpunkt aus dem Master keine weiteren ECTS mehr vorziehen, selbst wenn sie über 90% absolviert haben, da Sie das Kontingent an vorziehbaren ECTS aus dem Masterstudium bereits ausgeschöpft haben.